Mythos Sparweltmeister: Deutsche tun sich schwer mit der Geldanlage

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Seit Jahren hält sich das deutsche Eigenbild vom vernünftigen Sparweltmeister, der sein Geld ordentlich zusammenhält, während andere Nationen es nach Herzenslust verjubeln und über ihre Verhältnisse leben. Die stimmt jedoch nur halb.

Ein Viertel der Deutschen spart gar nicht

Die einen hamstern fleißig weiter und haben mittlerweile ein Geldvermögen in Höhe von 6,1 Billionen Euro angehäuft. Doch dies ist nur die eine Seite der Medaille. Wie eine Umfrage der ING-Diba ergab, kann über ein Viertel der Deutschen gar nicht sparen. Dies entspricht in etwa dem europäischen Durchschnittswert. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: Manche haben schlichtweg keine Lust zum Sparen und möchten sich regelmäßig etwas gönnen. Anderen fehlt es einfach am entsprechenden Einkommen. Und manche empfinden zwar das Sparen als sinnvoll, wissen aber nicht, wo sie ansetzen sollen.

Das Wissen um Spartipps im Haushalt fehlt

In diesem Zusammenhang werden immer wieder die Schulpläne kritisiert, in denen Themen wie Wirtschaft und Finanzen kaum eine Rolle spielen, so dass Kinder und Jugendliche den Umgang mit Geld nicht lernen. Schulexperten sehen die Eltern in der Pflicht, doch diese können kein Wissen weitergeben, das ihnen selbst fehlt. Obwohl gebetsmühlenartig empfohlen, führen beispielsweise nur wenige Deutsche ein Haushaltsbuch, um einen Überblick über ihre monatlichen Kosten zu bekommen und Sparpotenziale zu erkennen.
Diese bestehen in eigentlich jedem Haushalt: Ob teure Fertiggerichte statt günstig selbst kochen oder überteuerte Markentinte für den Drucker statt günstiger Druckerpatronen von Drittanbietern für gängige Drucker. Durch das Entlarven von Stromfressern wie Geräten auf Standby lässt sich die Stromrechnung ebenso senken wie durch den Verzicht zum Beispiel auf dauerhaft brennende Lampen und den Kauf energieeffizienterer Haushaltsgeräte. Sind wirklich alle Versicherungen notwendig und wenn ja, gibt es die Möglichkeit auf günstigere Tarife umzusteigen? Auch Handy- und Internetverträge sollten regelmäßig geprüft werden, denn die Unternehmen verlassen sich auf die Faulheit ihrer Kunden, dies eben nicht zu tun.

Gespartes Geld für größere Ausgaben zurücklegen

Schon durch das Beachten dieser Kleinigkeiten lassen sich jeden Monat 50 oder 100 Euro sparen. Sinnvoll ist es, dieses Geld gezielt anzusparen, notfalls, indem Geldscheine in ein Sparschwein gesteckt werden. So sammelt sich über das Jahr hinweg eine nette Summe an, die dann für teure Neuanschaffungen, zum Beispiel ein Smartphone, genutzt wird. So ergibt sich auch hier wieder neues Sparpotenzial zum Beispiel durch günstige Prepaid-Tarife statt teure Verträge und den Verzicht auf Ratenkredite, für die Zinsen gezahlt werden müssen.

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